Zahlreiche Gratulanten würdigten die Ordensfrau, die über Jahrzehnte hinweg das Leben vieler Menschen geprägt hat – als Lehrerin, Oberin, Ansprechpartnerin und treue Wegbegleiterin. Ein weiteres außergewöhnliches Ereignis steht ihr in diesem Jahr noch bevor: Schwester Gabriele darf im Oktober ihr 70-jähriges Professjubiläum feiern.
Marianne Stadler, so ihr Taufname, wurde in Bogen geboren und wuchs als jüngstes von drei Kindern auf. Schon früh lernte sie Werte wie Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein kennen – Eigenschaften, die ihren weiteren Lebensweg entscheidend prägen sollten.
Von 1942 bis 1950 besuchte sie die Volksschule in Bogen. Im Januar 1951 absolvierte sie ein Praktikum im Antoniusheim in Münchshöfen. Dort reifte der Entschluss, den Weg in die Ordensgemeinschaft einzuschlagen. Am 2. Juli 1951 trat sie in die Kongregation ein. Mit der Einkleidung im Oktober 1955 und der ersten Profess im Jahr 1956, begann ihr Leben als Ordensfrau. Die Ewige Profess folgte am 29. September 1960 und bestätigte endgültig ihre Entscheidung für das Ordensleben.
Ihre berufliche Ausbildung war von großem Engagement geprägt. Von 1951 bis 1954 besuchte Schwester Gabriele die Frauenfachschule in Würzburg. 1954 erhielt sie die Missio canonica, die kirchliche Bevollmächtigung zur Erteilung des Religionsunterrichts. 1957 folgte die zweite Lehramtsprüfung für Handarbeiten. Damit war der Grundstein für ihre jahrzehntelange Tätigkeit im Schuldienst gelegt. Ihre ersten Einsätze führten sie ins Mutterhaus, wo sie von Oktober 1956 bis August 1957 ihr Referendariat in Lichtenfels absolvierte. Anschließend wirkte sie zehn Jahre lang an der Schule St. Kunigund in Vierzehnheiligen. Viele ehemalige Schülerinnen erinnern sich bis heute gerne an die herzliche und zugleich gewissenhafte Lehrerin. Von 1967 bis 1985 unterrichtete die Jubilarin in Obertrubach. Danach übernahm Schwester Gabriele verantwortungsvolle Aufgaben innerhalb der Kongregation. Von 1985 bis 1988 war sie Oberin in Bamberg, anschließend bis 1996 Oberin in Gößweinstein. Besonders prägend war für sie der theologische Kurs an der Universität Regina Mundi in Rom, den sie 1995 besuchte. Nach weiteren Einsätzen im Mutterhaus, im Internat und Wirtschaftsbereich der Schule St. Kunigund sowie im Haus „St. Bernhard“ in Schwäbisch Gmünd, kehrte Schwester Gabriele 1999 erneut ins Mutterhaus zurück. Dort leitete sie bis September 2009 den Speisesaal und kümmerte sich mit großer Herzlichkeit um die Gästebetreuung. Von Januar 2005 bis Dezember 2020 betreute sie zudem die Zeitung und Fotochronik der Gemeinschaft. Von 2009 bis Mai 2020 versah sie zusätzlich den Dienst an der Pforte.
Bis heute nimmt Schwester Gabriele regen Anteil am Geschehen in Kirche, Welt und Kongregation. Besonders gerne gestaltet sie das Chorgebet mit. Dankbar blickt sie auf viele Begegnungen und langjährige Kontakte mit früheren Schülerinnen zurück. „Es ist ein großes Geschenk, wenn Menschen sich auch nach Jahrzehnten noch erinnern und den Kontakt halten“, sagte sie an ihrem Ehrentag. Auch ihr selbst ist die Dankbarkeit wichtig geworden. „Ich durfte viele gute Menschen kennenlernen und habe mich stets getragen gewusst“, betonte Schwester Gabriele. Trotz ihres hohen Alters ist sie geistig rege und interessiert am Leben ihrer Mitmenschen.
Zu den ersten Gratulanten gehörte am Morgen des Geburtstags der emeritierte Erzbischof Ludwig Schick, der telefonisch seine Glück- und Segenswünsche übermittelte. Persönlich gratulierten Bürgermeister Mario Schönwald, Gemeindereferent Matthias Beck, Kongregationsvikarin Schwester Katharina Horn, Schwester Christina Schirner sowie zahlreiche Mitschwestern. So wurde der 90. Geburtstag von Schwester Gabriele zu einem Fest der Dankbarkeit, der Erinnerung und der Verbundenheit – geprägt von einem langen Leben im Dienst für Gott und die Menschen.

