"Wenn es dir gut tut, dann komm!"
(Franz von Assisi)„Ich klopfe an zum Heiligen Advent“
Relief an einer Haustüre in der Gablergasse in Passau (Ende 19. Jh) G.Peda-KartenVielleicht erinnert sich jemand an dieses alte Adventslied. Hier ein Auszug:
„Ich klopfe an zum heiligen Advent
und stehe vor der Tür,
so spricht der Herr. O selig, wer Mich kennt
und eilt und öffnet Mir!
Ich werde Nachtmahl mit ihm halten,
ihm Gnade spenden, Licht entfalten.
Ich klopfe an!
Ich klopfe an! Jetzt bin Ich noch dein Gast
und steh vor deiner Tür.
Einst, Seele, wenn du hier kein Haus mehr hast,
dann klopfest du bei mir.
Wer hier getan nach meinem Worte,
dem öffn' Ich dort die Friedenspforte.
Ich klopfe an! “ (Karl Friedrich Gerok)
In meinem Gedächtnis wurden die Worte „Ich klopfe an“ wieder ganz lebendig, als am Hl. Abend vor einem Jahr Papst Franziskus vor der geschlossenen Hl. Pforte am Petersdom stand und anklopfte. Die Türe wurde aufgetan, der Weg war frei. Für ungezählte Rompilger wurde in diesem Jahr das Durchschreiten der Hl. Pforte zu einem spirituellen Höhepunkt – zu einer Reise in’s Innere. Das Ritual erinnert auch an die Worte, die wir im Johannesevangelium lesen: Ich bin die Tür, wer durch mich eingeht, wird gerettet.
Zurück zum Adventslied. In meiner Zeit im Waldkrankenhaus St. Marien in Erlangen bestand ein Schwesternchor. Am 1. Advent sangen wir dieses Lied auf den Stationen und begannen auf der 5. Etage. Schon bei der 1. Strophe öffneten sich die Zimmertüren und die Patienten lauschten andächtig.
Die Gehfähigen vergrößerten unseren Chor und gingen von Station zu Station mit. Still ergriffen und mit Tränen in den Augen kehrten sie langsam nach allen Stationen wieder in ihr Zimmer zurück.
Für uns, die Sängerinnen und für alle, die uns zuhörten, hat diese Lied anschaulich die Szene wiedergegeben, in der es in der Offenbarung 3,20 heißt: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Nachtmahl mit ihm einnehmen“.
Auch für uns könnten diese Worte ein Begleittext sein durch die Wochen des Advents – bis hin zur Ankunft dessen, der voller Geduld an unsere Herzenstüre klopft
Sr. Silvia
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