Zu den Gratulanten gehörten die Kongregationsleiterin Schwester Fanny Terán Tejeda, Kongregationsvikarin Schwester Katharina Horn, ihre Mitschwestern sowie Bürgermeister Mario Schönwald.
Geboren wurde Schwester Gebharda in Nesselwang im Allgäu. Reinhilde, so ihr Taufname, wuchs als zweites von sechs Kindern in einer ländlichen Familie auf. Das Leben auf dem Land bedeutete früh mit anzupacken und Verantwortung zu übernehmen – Erfahrungen, die ihren weiteren Lebensweg nachhaltig prägten. Nach dem Besuch der Volksschule besuchte sie von 1950 bis 1953 die landwirtschaftliche Berufsschule in Petersthal und Wertach. Parallel arbeitete sie zunächst als Hausgehilfin in Petersthal, später als Küchenhilfe im Krankenhaus in Wertach. Dort begegnete sie erstmals den Franziskusschwestern – eine Begegnung, die ihr Leben entscheidend verändern sollte.
Die Ordensfrauen beeindruckten sie durch ihre Hingabe und ihre Nähe zu den Menschen. In ihr reifte der Wunsch, selbst diesen Weg einzuschlagen. Im April 1953 trat sie in die Ordensgemeinschaft ein. Mit der Einkleidung im September 1956 und der ersten Profess im Jahr 1957, begann ihr Leben als Ordensfrau. Die Ewige Profess folgte am 29. September 1961 und bestätigte endgültig ihre Entscheidung für das Ordensleben.
Schon früh stellte sie ihre Fähigkeiten in den Dienst der Pflege. Nach einem Grundausbildungslehrgang in der Haushaltungsschule, absolvierte sie von 1954 bis 1956 ihre Ausbildung zur Kinderkrankenschwester in München-Schwabing. Viele Jahre arbeitete sie anschließend in einer entwicklungstherapeutischen Einrichtung in Putzbrunn. Dort kümmerte sie sich mit großer Geduld und Einfühlungsvermögen um Säuglinge und Kleinkinder. Mit wachsender Erfahrung übernahm sie auch Verantwortung. Nach einem Seminar für leitende Aufgaben in Köln war sie unter anderem im Waldkrankenhaus Erlangen tätig. In Putzbrunn leitete sie von 1976 bis 1985 als Oberin den Schwesternkonvent und war anschließend Gruppenleiterin. Auch in den folgenden Jahren blieb ihr Einsatz vielseitig. In Bad Feilnbach unterstützte sie pflegebedürftige Mitschwestern. Anfang der 1990er-Jahre absolvierte sie zusätzlich eine Ausbildung zur Altenpflegehelferin in München. Danach arbeitete sie im Behinderten- und Pflegeheim in Münchshöfen, wo sie ab 1994 die Stationsleitung übernahm.
Weitere Jahre ihres Wirkens führten sie in das Antoniusheim nach Marktleugast. Dort trug sie von 2002 bis 2007 als Oberin Verantwortung. Auch über die Grenzen Deutschlands hinaus stellte sie ihre Erfahrung in den Dienst anderer Menschen und unterstützte Einrichtungen in Kroatien. Heute lebt die Jubilarin im Mutterhaus ihrer Gemeinschaft in Vierzehnheiligen. Noch immer hilft sie im Pflegebereich und bringt Kranken die Kommunion. Es sind oft kleine, stille Dienste – doch gerade sie schenken vielen Menschen Trost und Nähe. Wer ihr begegnet, erlebt eine Ordensfrau, die nicht das Rampenlicht sucht. Sie wirkt lieber im Hintergrund – mit großer Selbstdisziplin, Klarheit und innerer Ruhe. Lesen und beten gehören zu ihrem Alltag, und bei Gebets- und Anbetungszeiten gilt sie vielen Mitschwestern als verlässliche Konstante.
Trotz der vielen Stationen ihres Lebens ist ihre Verbundenheit zur Heimat stets geblieben. Besonders das Allgäu liegt ihr am Herzen, und so verbringt sie dort bis heute regelmäßig ihren Urlaub. Auch Wallfahrten waren ihr immer wichtig. Sie führten sie unter anderem nach Rom, Lourdes, Assisi und Paray-le-Monial. Mit ihrem 90. Geburtstag blickt Schwester Gebharda Halder auf ein reiches und erfülltes Leben zurück – geprägt von Glauben, Hingabe und einem unermüdlichen Einsatz für andere Menschen.

